Autor Thema: Studiengebühren  (Gelesen 31439 mal)

Offline Kabunga

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Studiengebühren
« Antwort #60 am: 10.07.2007, 13:04:17 Nachmittag »
Zitat
Ein Pilot investiert 80 000€ - 150 000€ (je nach Lizenz und Muster) in seine Ausbildung ohne überhaupt zu wissen, ob und wo auf der Welt er einen Job bekommt. Da klingt so ein Informatikstudium wohl um längen aussichtsreicher.




Nehmen wir an, ich hätte da 'Lufthansa'-Pilotenausbildung hingeschrieben. Wenn man schnell übernommen wird, darf man hier beispielsweise bei einem Einstiegsgehalt von 54.000 Euro den Eigenanteil von 41.000 Euro (was natürlich nicht die kompletten Kosten der Ausbildung sind, aber man kann dafür Bafög bekommen) in monatlichen Raten von 250 oder 500 Euro abstottern. Bei Nichtübernahme innerhalb von 5 Jahren verfällt der Betrag sogar. Bei privaten Ausbildungen mag das ja durchaus anders aussehen.

Ich wollte auch auf folgendes raus: Man kann im Bereich Ausbildung viele Beispiele finden, wo Gebührenmodelle bestimmt gut funktionieren und von den Auszubildenden als selbstverständlich hingenommen werden. Noch eins: 'Culinary Institute of America', weil das als 'CIA' so schön zum 'FBI' passt, und weil wir's ja gerade von der Qualität der Mensa hatten. Dann kommt man auch schnell drauf, dass 500 Euro pro Semester für die Leistung der Hochschule eigentlich viel zu wenig wären. Man kommt dann aber auch genauso schnell auf die Frage, warum man ein ganz normales deutsches Hochschulstudium nicht einfach wie bisher gebührenfrei halten kann.

Sehr viel Geld kommt ja - in Relation zu dem Geschiss, was auf politischer Ebene veranstaltet wird - garnicht rein: Geschätzte 160.000 Euro für den Fachbereich aus Studiengebühren für nächstes Semester einerseits, andererseits hat das Land Hessen offenbar genügend Geld im Bildungsetat, der Fachhochschule 400.000 Euro für ein Alumniportal vorzufinanzieren. Wobei ich mich schon ein bisschen frage, wofür man das überhaupt braucht und vor allem, warum sowas so teuer sein muss. Was für ein Glück, dass mir jetzt nicht mehr einfällt, was die Aktion mit dem Corporate Design gekostet hat.

Offline Lhurgoyf

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Studiengebühren
« Antwort #61 am: 10.07.2007, 18:49:28 Nachmittag »
Zitat von: Kabunga
Zitat


Geschätzte 160.000 Euro für den Fachbereich aus Studiengebühren für nächstes Semester


160Kilo Euro sind schon eine Menge Holz, wir sind aber ein recht kleiner Fachbereich, der Fachbereich Wirtschaft der Uni Frankfurt hat z.B. über 3000 Studenten, das macht dann mind. 1,5 mio / Semester

Zitat

Was für ein Glück, dass mir jetzt nicht mehr einfällt, was die Aktion mit dem Corporate Design gekostet hat.


Unser BWL Prof sagte mal was von einer 6 oder 7stelligen Summe  :shock:

Offline Grey

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Studiengebühren
« Antwort #62 am: 10.07.2007, 19:34:44 Nachmittag »
Zitat von: "Lhurgoyf"
.... Plan der CDU Regierung ist allerdings, die Hochschulfinanzierung auf ein Mindestmaß zu reduzieren (hier ist Hessen bereits an letzter Stelle im Bundesvergleich) und dies durch diese Gelder auszugleichen. Gleichzeitig will die Landesregierung aber mehr Studienanfänger (und zwar 40% der Abiturienten, diese Quote sinkt aber stetig, mit Einführung der Gebühren noch stärker) um vor allem auch dem sich jetzt schon abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Klingt paradox? Ist aber die Logik von Koch & Co.
Sind die Gebühren erstmal eingeführt, ist der Weg zur nächsten Erhöhung nicht weit (ursprünglich waren ja 1000 Euro / Semester geplant). Und wem das dann helfen soll wissen wahrscheinlich nicht mal unsre Politiker...


Ja das ist ja meine Rede gewesen!



Zitat
Zitat:

Was für ein Glück, dass mir jetzt nicht mehr einfällt, was die Aktion mit dem Corporate Design gekostet hat.


Unser BWL Prof sagte mal was von einer 6 oder 7stelligen Summe Shock


Und dann hängt da auch noch son hässliches Banner am Hochhaus, was beim nächsten Strum wahrscheinlich endgültig ab ist..... Bringt uns dieser Namenswechel eigentlich überhaupt was? Ja klar international bla bla, aber ist das dann auch wirklich so, wie propagiert wurde?



Zitat
Sehr viel Geld kommt ja - in Relation zu dem Geschiss, was auf politischer Ebene veranstaltet wird - garnicht rein: Geschätzte 160.000 Euro für den Fachbereich aus Studiengebühren für nächstes Semester einerseits, andererseits hat das Land Hessen offenbar genügend Geld im Bildungsetat, der Fachhochschule 400.000 Euro für ein Alumniportal vorzufinanzieren. Wobei ich mich schon ein bisschen frage, wofür man das überhaupt braucht und vor allem, warum sowas so teuer sein muss. Was für ein Glück, dass mir jetzt nicht mehr einfällt, was die Aktion mit dem Corporate Design gekostet hat.


Was ist dieses Alumniportal? Habe bis jetzt noch nichts davon gehört!



Zitat
Ich finde, unsere Solidarität sollte denen gelten, die weniger attraktive Studiengänge belegen. Die sich freuen würden, wenn sie beispielsweise nach ihrem Magister auf so paradiesische Zustände bei der Arbeitsplatzsuche stossen würden wie FH-Studenten im 5. Semester, die zur Praxisphase antreten (und eigentlich noch nicht so wahnsinnig viel Ahnung von ihrem Fach haben). Die - plakativ formuliert - zu Finanzierung doppelt so lange arbeiten müssen für das gleiche Geld, weil sie nicht so interessante Dinge können wie Informatikstudenten. Wenn ich die oben erwähnten Techniker mit den gleich alten Geisteswissenschaftlern aus meinem Bekanntenkreis vergleiche - das sind zwei Welten.


Das sollte ja klar sein. Wir werden das Geld wieder reinholen können. Aber das mit dem Fachkräftemangel muss nicht immer so bleiben. Es geht ja um die Grundsätzliche diskussion. Das die ganze Sache bei anderen Studiengängen hart ans machbare ist, ist mir bewusst und sollte auf jeden Fall auch mit Thema der Diskussion sein!

Wegen der Meisterausbildung (habe nun keine Lust den auch den Post fürs Zitat zu suchen): Die wird meistens Berufsbegleitend durchgeführt. Hier gibt es dann auch ein sogennantes Meisterbafög. Ich gedenke momentan den Master nach dem Bachelor Berufsbegleitend zu machen. Das dieser dann etwas kostet ist mir klar (auch unabhängig des Beitrages) und auch OK. Aber wenn es um ein Vollzeitstudium geht, sollte einfach klar sein wie man das Finanzieren soll. Ich muss ja schon das Bafög zum Teil zurückzahlen, noch einen Kredit dazu, auch wenn dieser Zinnsfrei sein wird. Irgendwie habe ich da kein gutes Gefühl bei. Zum Glück bin ich ja kurz vom 5. Semester und werde nur einmal in den Genuss der 500 Euro kommen (wenn wir alle Pech habe). Das werde ich dann irgendwie so aufbringen. Wenn ich aber bedenke, dass ich das schon seit dem ersten Semester hätte blechen sollen. Weiß ich nicht, ob ich jetzt Studieren würde (und ich hatte bestimmt nicht die befürchtung, es nicht schaffen zu können). Ich lebe nicht gerne auf Kredit, das einzige, was ich mitmache ist eben das Bafög, da das recht gut geregelt ist. Auch später beim Rückzahlen. Sehr viele werden denken: Die 500 € verdien ich so, dann wirds studium länger und schon kommen die Langzeitgebühren. Es gibt halt einfach viele, die vor einem Kredit zurüclschrecken. Wenn man es gewollte hätte, hätte man ja auch das Bafög zweckmäßig anheben können oder eben den Beitrag einfach über das Bafög mitabwikeln können. Will man aber nicht!

Offline Kabunga

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Studiengebühren
« Antwort #63 am: 10.07.2007, 19:51:27 Nachmittag »
Zitat von: "Grey"

Was ist dieses Alumniportal? Habe bis jetzt noch nichts davon gehört!


War vor ein paar Tagen im 'Echo':

http://www.echo-online.de/7/template_detail.php3?id=486679&search_text=alumni


K.

Offline Jtb

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Studiengebühren
« Antwort #64 am: 11.07.2007, 16:52:20 Nachmittag »
Leute - kommt bitte wieder auf's Thema zurück..

Was sind eure Vorschläge für die Verwendung der Gelder?
mfg
Jens

.. Bin seit Anfang 2013 fertig mit dem Master und nur noch selten hier bzw. an der h_da zu sehen