Autor Thema: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen  (Gelesen 14893 mal)

Offline Jtb

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Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« am: 14.01.2011, 23:47:30 Nachmittag »
Nachdem es immer mal wieder Fragen und Wünsche zum Thema Videoaufzeichnungen gab (z.B. hier), bin ich letztens als Student in ein Gespräch darüber mit einer zentralen Abteilung verwickelt gewesen.

Hierbei stellen sich mir einige Fragen und ich hoffe ihr könnt mir eure Meinung(en) dazu sagen :)


a) Bei welchen Lehrveranstaltungen besteht am meisten Bedarf?

b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?

c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?

d) Zieht ihr Aufzeichnung von Vorlesungen vor (kein Extra-Aufwand für den Dozenten) oder ein extra erstelltes Video im Studio (größerer Aufwand aber vermutlich bessere Qualität)

e) Sonstige Wünsche, Ideen etc :)


Zu b) stelle ich mir vor, dass beispielsweise ein kurzes Video zur Integralrechnung sinnvoller ist als eine Aufzeichnung einer Mathe-Vorlesung.
mfg
Jens

.. Bin seit Anfang 2013 fertig mit dem Master und nur noch selten hier bzw. an der h_da zu sehen

Offline Masel

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #1 am: 15.01.2011, 00:13:29 Vormittag »
a) Bei welchen Lehrveranstaltungen besteht am meisten Bedarf?
Die Pflichtveranstaltungen im Allgemeinen. Die Teilnehmerzahl ist meist recht hoch, wodurch eher weniger auf Probleme und fragen einzelner Eingegangen werden kann.

b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?
Wie Definiert man dann Probleme. Jeder kann mit etwas anderem ein Problem haben. Und wenn man sich darauf verlässt das es ja Videos gibt und deswegen nicht in die Vorlesung geht, ist das problematisch.

c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?
Gibt es da Datenschutztechnisch überhaupt noch eine Diskussion? Die TU sorgt wohl dafür das kein Student zu sehen ist. Aber eigentlich habe ich damit weniger Probleme.

d) Zieht ihr Aufzeichnung von Vorlesungen vor (kein Extra-Aufwand für den Dozenten) oder ein extra erstelltes Video im Studio (größerer Aufwand aber vermutlich bessere Qualität)
Naja in Vorlesungen können zumindestens noch mal fragen gestellt werden, wenn der Prof total kompliziert erklärt. Studio wäre für mich oversize.

Zu b) stelle ich mir vor, dass beispielsweise ein kurzes Video zur Integralrechnung sinnvoller ist als eine Aufzeichnung einer Mathe-Vorlesung.
Eine Herleitung der Mathematischen Formeln interessiert die meisten Studenten wohl eh nicht. Daher sollte dort eher die Anwendung gezeigt werden.


Im Allgemeinen sehe ich die Aufzeichnung zwiegespalten: Natürlich hat es Vorteile zum lernen und man muss nicht mehr nur für einen Block von weit her in die Uni kommen, aber es geht halt auch der persönliche touch verloren. Es können keine fragen mehr gestellt werden und eine Diskussion kann auch nicht wirklich entstehen. Da kann man auch gleich nur das Skript lesen.
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Offline Lord_Fipsy

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #2 am: 15.01.2011, 00:21:14 Vormittag »
a) Mathe 1-3

b) mmh wäre beides cool. Aber nur ein Thema hört sich eher nach ner Aufgabe für den Tutor an, oder? So alla es gibt alle 1-2 Wochen ne Doodle-Umfrage und dann erstellt der Tutor zu dem gewählten Thema ne kurze Einführung. Keine Ahnung ob das realistisch ist ;)

c) Öh wie wird denn gefilmt? Doch eigentlich nur der Prof oder? Wär aber auch damit einverstanden durchs Bild zu laufen ;)
Mit ner elektronischen Mitschrift und dem Beamerbild ist doch eigentlich auch nur der Sound nötig oder?

d) Aufzeichnung von der Vorlesung. Man wills sich ja nicht im Kino ansehen. Optimal wäre natürlich dann noch ne kurze Bearbeitung von wegen uninteressante Sachen rausschneiden, wie Übungsaufgaben.


Diese Vorlesungen hier sind ganz gut gemacht wie ich finde:
http://www.youtube.com/user/JoernLoviscach#p/u/3/VSv8aUne3f8

Offline david.mueller

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #3 am: 15.01.2011, 01:38:21 Vormittag »
a) Bei welchen Lehrveranstaltungen besteht am meisten Bedarf?

Alle aus dem Grundstudium, speziell bei Mathe.

b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?

Ja, komplette Vorlesungen. Wenn einzelne Themen erfasst werden soll, muss ja eben eine umfangreichere Bearbeitung sein.

c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?

kein Problem

d) Zieht ihr Aufzeichnung von Vorlesungen vor (kein Extra-Aufwand für den Dozenten) oder ein extra erstelltes Video im Studio (größerer Aufwand aber vermutlich bessere Qualität)

Einfach Filmen und hoch damit.
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tux23

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #4 am: 15.01.2011, 08:35:03 Vormittag »
Zitat
c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?

Ja, hab ich. Finde das nicht gut. Bin auch nicht bei Facebook angemeldet, da ich sehr um meine Datenspur besorgt bin.

Zitat
b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?

Was vielleicht eine Idee wäre, wäre eine Art Videodatenbank, ähnlich Youtube, wo man sich bestimmte Dinge erklären lassen kann. Auf Youtube beispielsweise gibt es eine Reihe von Mathe-Clips, mit denen man wunderbar verstehen kann wie man rechnen muss und warum man so rechnen muss.

Gegebenenfalls wäre hier eine Linksammlung vielleicht sogar auch ausreichend.

Offline Lhurgoyf

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #5 am: 15.01.2011, 13:44:15 Nachmittag »
Finde den Vorschlag dass das evtl. Tutoren machen statt Professoren gar nicht schlecht. Die freuen sich wenn sie dafür bezahlt werden und meistens können die wesentlich besser erklären als die Professoren. Auch die Idee Videos zu einzelnen Themen zu machen finde ich gut, meistens hat man ja nur Defizite in bestimmten Bereichen.

Dadurch würde der Professor auch nicht "ersetzt" werden und die Videos hätten mehr Wert für die Studenten falls ein Professor in einem Semester mal ein Thema auslässt oder nicht so stark behandelt.

Datenschutzrechtlich sehe ich dann auch keine Bedenken.

Stefanb

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #6 am: 17.01.2011, 09:44:07 Vormittag »
Zitat
a) Bei welchen Lehrveranstaltungen besteht am meisten Bedarf?
Ich denke hier auch vor allem an alle zusammenhängenden Module und vor allem solche, mit statistisch höherer Durchfallquote. Dann besteht die Möglichkeit einfach nochmal zuhause das ganze anzuhören und zu sehen, da sich in 1,5h eben nicht alles wirklich einbrennen kann. Manchmal weiß man aber, dass der Dozent genau zu dem bestehenden Problem etwas gesagt hat. Aber eben nicht mehr was.


Zitat
b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?

Zitat
c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?

Ja und nein. Die Frage ist eher: Wo steht die Kamera damit man dafür erkannt wird? Im Vordergrund sollten Dozent & Folien / evtl. Anschriften stehen. Die Kamera müsste daher so ausgerichtet sein dass man dieses sieht, und dann sollte auch niemand beim aufstehen gesehen werden. So weit hinten die Kamera zu positionieren dass man gesehen wird versteh ich nicht.
Denkbar wäre hier den Dozent so einzubinden dass als Hauptbild die Folien/Tafelbild eingeblendet werden und in einem gewissen Bereich der Dozent.
Gutes Beispiel trotz schlechterer Qualität sind die Vorlesungen von Dr. Martin Löwis am HPI oder aber der bekannte "Algorithmen und Datenstrukturen" iTunes U Podcast (welchem Lehrstuhl kA).

Zitat
d) Zieht ihr Aufzeichnung von Vorlesungen vor (kein Extra-Aufwand für den Dozenten) oder ein extra erstelltes Video im Studio (größerer Aufwand aber vermutlich bessere Qualität)

Die Aufzeichnung der Vorlesung. Ein extra Studio wofür? Warum sollte er zweimal referieren? Ich will gezielt die Vorlesung, da dort auch entsprechend mal ne Frage kommt auf die eingegangen wird. Ich sehe das nicht als Ersatz zur Vorlesung sondern zur Nachbereitung und gezielten Nacharbeit nochmal, und so sollte es auch angesehen werden.


Zitat
e) Sonstige Wünsche, Ideen etc :)
Aufzeichnungen zu Übungen in Mathe gibt es im Netz zu hauf. Wer YouTube, Google und OberPrima benutzt findet in der Anwendung tausende von Videos. Natürlich würde es auch nicht schaden wenn es Menschen gibt die Spaß daran haben ein Video zu drehen wie man Aufgaben löst. Dies gibt es aber wie gesagt auch schon auf anderen, kostenlosen Plattformen.

Offline david.mueller

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #7 am: 17.01.2011, 09:54:42 Vormittag »
Ich versuche gerade, die Privatsphäre-Bedenken nachzuvollziehen, vllt. könnte mir das jemand nochmal erklären. Man würde - wenn überhaupt - für ein kurzes Zeitfenster den Rücken einer Person beim Aufstehen sehen. Und unabhängig von der Kameraposition bezieht sich das wohl auch nur auf die ersten 3+-X Reihen

lg
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Offline Masel

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #8 am: 17.01.2011, 10:35:56 Vormittag »
Auf der anderen Seite sollte man auch mal überlegen, warum überhaupt Video aufnahmen? Ich will ganz bestimmt nicht sagen, das unsere Profs hässlich sind, aber rein Didaktisch macht es doch wohl keinen Unterschied, ob man sie sieht oder nicht. Das Problem mit dem Tafelbild kann man mit modernen Touchbildschirmen gelöst werden. Hauptfocus sollte das Gesprochene Wort und das Beamerbild sein.

Einzig Spezialvorlesungen wie GDV, wo zumindestens Herr Groch kleine Beispiele in der Vorlesung zeigt, könnten schwierig sein.
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Offline NCR

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #9 am: 17.01.2011, 11:04:31 Vormittag »
Zitat
Ich versuche gerade, die Privatsphäre-Bedenken nachzuvollziehen, vllt. könnte mir das jemand nochmal erklären. Man würde - wenn überhaupt - für ein kurzes Zeitfenster den Rücken einer Person beim Aufstehen sehen. Und unabhängig von der Kameraposition bezieht sich das wohl auch nur auf die ersten 3+-X Reihen

In D14/4.03 kann sich die Kamera automatisch nach Geräuschen ausrichten. Stellt jemand eine Frage, schwenkt die Kamera zum Fragesteller. Damit sind auch Gesichter zu erkennen.

Unabhängig davon, ob Du die Privatsphäre-Bedenken nachvollziehen kannst oder nicht - sie sind zu respektieren und zu berücksichtigen.
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Offline dkraemer

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #10 am: 17.01.2011, 11:16:27 Vormittag »
Ich denke, dass es gerade für die "Problem-Vorlesungen" eine echte Bereicherung sein könnte, wenn man auf die Videos zurückgreifen könnte. Damit meine ich Mathe 1-3, PG 1+2 und GDV. Allerdings würde das Angebot sicher auch bei anderen Veranstaltungen anklangt finden!

Das ganze sollte dann so aussehen:
Im Video sind die aufgelegten Folien zu sehen und zusätzlich das dazu passende, gesprochene Wort des Dozenten mit seinen Erläuterungen. Auch ein Fenster mit der Aufzeichnung des Dozenten bzw. seines Tafelbilds sollte vorhanden sein - macht zB für Mathe-Vorlseungen sehr viel Sinn!
Ich kenne das System von der TU und finde es gut gelöst (http://www.e-learning.tu-darmstadt.de/werkzeuge/aufzeichnungen/camtasia/aufzeichnungvonvorlesungen.de.jsp)
Datenschutzprobleme sollten für die Studenten da keine Rolle spielen, weil sie im Idealfall nicht zu sehen sind bzw. maximal als Gemurmel zu hören wären. Die Kamera für das Tafelbild müsste nah genug an der Tafel positioniert sein um etwas erkennen zu können, da wird kein Studi im Weg sein denke ich!

Die technische Umsetzung ist also bereits vorhanden und würde sich auch am Fachbereich in den großen Vorlesungsräumen mit wenig Aufwand realisieren lassen.
Das alles erfordert natürlich einen gewissen Mehr-Aufwand für einige Profs , die sich erst einmal dazu bereit erklären müssten. Denn die Videos müssten von ihnen erstellt und hochgeladen werden und sie sollten logischerweise ein Mikro tragen :) Ich denke, dass ist ein größerer Knackpunkt den es zu bewältigen gibt, da wir ja bereits große Probleme mit Einheits-Passwörtern etc. hatten! Ein Feedback von dieser Seite wäre also auch äußerst wichtig!
« Letzte Änderung: 17.01.2011, 11:17:59 Vormittag von dkraemer »

Offline BCR

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #11 am: 17.01.2011, 11:30:37 Vormittag »
Ich steuere mal meine bisherigen Erfahrungen von der Produzentensicht bei. Die Initialzündung für mich als QV-Mitarbeiter, Vorlesungen bei uns im WI-Wahlpflichtkatalog auf Video aufzuzeichnen, waren die guten Erfahrungen von der Hochschule Aschaffenburg. Dort habe ich zusammen mit Prof. Wentzel den TERP10-Zertifikatskurs absolviert, der auch aufgezeichnet wurde und den Teilnehmern über Moodle zur Verfügung gestellt wurde. Wir hatten dann den Dozenten, Herrn Schulten, eingeladen, einen Gastvortrag bei uns zu halten, der natürlich auch aufgezeichnet wurde. Das Video kann man sich von meiner Personenseite herunterladen, wenn man sich vorher an der fbi-Website mit dem bekannten fbistudent-Benutzer anmeldet. Dort referiert er in den ersten 20 min. über seine Erfahrungen mit Blended Learning, also die Anreicherung von Vorlesungen mit Multimediainhalten. Es soll also keineswegs die Vorlesung ersetzt werden.

Ich zeichne mittlerweile selbst auf, z.B. unseren TERP10-Kurs in den vergangenen Sommersemesterferien und natürlich auch den neuen Kurs im Februar. Die Evaluation bestätigt mir das, was hier so geschrieben wird: dass es bei den Studenten gut ankommt und hilft, den Stoff nochmal zu reflektieren und zu wiederholen. Des weiteren zeichne ich die WP-Vorlesung "ERP&ERP2-Systeme" auf, sogar Teile des Praktikums. Die Videos werden über Moodle den Vorlesungsteilnehmern zur Verfügung gestellt und werden vom Grossteil der Studierenden auch heruntergeladen. 

Wie wird aufgezeichnet? In ERP-Systeme sitze ich meistens in der ersten Reihe und habe meinen Laptop umgedreht, so dass die Kamera die Vorlesungsfolien vom Beamer und ab und zu den Dozenten zeigt. Studierende kommen dadurch so gut wie gar nicht ins Bild, ausserdem kann man das immer noch rausschneiden. Bei TERP10 nehme ich direkt den Bildschirminhalt auf, da dort die meisten Folien u.ä. gezeigt werden und ich mit dem Wacom Tablet gewisse Anmerkungen zu den Folien mache, die dann auch auf dem Video gezeigt werden. So kann man schrittweise seine Folien aufbauen und die Dinge langsam erklären, anstatt gleich alles auf einer Folie zu präsentieren. Es ergeben sich also auch didaktisch ganz neue Möglichkeiten, liegt aber am Dozenten, in wie weit sowas dann umgesetzt wird.
Zusätzlich wird der Sprecher mit aufgenommen, der dann meist entweder links oder rechts in einem kleineren Bild in der Ecke zu sehen ist. Das hat einen eher psychologischen Effekt: man will jemanden sehen, der zu einem spricht. Wenn der Ton von irgendwoher kommt, da geht der Bezug verloren. Es sollte also der Sprecher zu sehen sein, auch wenn dieser ab und zu mal aus dem Bild verschwindet. Audio ist dabei das allerwichtigste. Die internen Mikros von den Laptops taugen nicht viel und niemand will in irgendeinen Mikrophonknochen reinsprechen, sondern die Hände beim Vortrag frei halten. Ich habe mir deswegen ein Ansteckmikrophon besorgt, dass sich der Dozent vor der Vorlesung irgendwo an den Kragen klemmt. Der Ton ist wesentlich besser, der Dozent kann sich frei bewegen und ich kümmere mich quasi mit Bewegen des Bildschirms darum, dass der Dozent auch im Bild ist, wenn z.B. was an die Tafel geschrieben wird. Ein weiterer Vorteil eines solchen Mikros ist, dass man nur den Dozenten hört und keine Huster o.ä. aus dem Publikum. Man muss natürlich dann bei Fragen die Frage auch wiederholen, so dass die auf dem Video dann mit drauf ist, aber meistens spricht ja sowieso der Dozent. Seminaristische Veranstaltungen mit hoher Publikumsbeteiligung sind da meiner Meinung nach eher ungeeignet, wenn hier auf Aufnahme wert gelegt wrd, dann sollte man mal über die Produktion von Podcasts durch die Studierenden anstatt Ausarbeitungen nachdenken. Es gibt auch entsprechende Paper dazu, z.B. hier: https://lra.le.ac.uk/handle/2381/4396

Der Videoschnitt ist mittlerweile Routine geworden, hier braucht man meistens nur Kleinigkeiten zu verbessern (Ladezeiten von Programmen, Umstöpseln von Laptops, etc.). Allzuviel hat die Ausrüstung auch nicht gekostet, etwa 200 Euro (Software zur Aufnahme/Videoschnitt, Mikro&Empfangsstation). Man kann also auch mit kleinem Budget schon was auf die Beine stellen. Übrigens sollte man meiner Meinung nach nicht nur einmal eine Vorlesung aufzeichnen und dann immer wieder in den Folgesemestern die Aufzeichnungen anbieten, sondern immer wieder neu. Es ändert sich ja doch ab und zu mal was auch für den Dozenten ist das eine gute Möglichkeit der Reflektion. Nach ein paarmal gehört die Aufzeichnerei zur Routine (zumindest für mich) und ich vergesse teilweise auch, dass die Kamera ständig mitläuft, weil man sich ja in der Hauptsache um die Vermittlung des Stoffs kümmert.

 
Laboringenieur in der Fachgruppe Datenbanken zur Administration des BigData-Clusters

Offline david.mueller

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #12 am: 17.01.2011, 12:42:27 Nachmittag »
Zitat
Ich versuche gerade, die Privatsphäre-Bedenken nachzuvollziehen, vllt. könnte mir das jemand nochmal erklären. Man würde - wenn überhaupt - für ein kurzes Zeitfenster den Rücken einer Person beim Aufstehen sehen. Und unabhängig von der Kameraposition bezieht sich das wohl auch nur auf die ersten 3+-X Reihen

In D14/4.03 kann sich die Kamera automatisch nach Geräuschen ausrichten. Stellt jemand eine Frage, schwenkt die Kamera zum Fragesteller. Damit sind auch Gesichter zu erkennen.

Unabhängig davon, ob Du die Privatsphäre-Bedenken nachvollziehen kannst oder nicht - sie sind zu respektieren und zu berücksichtigen.

Dann sollte die Kamera das eben nicht tun, wenn es Bedenken von studentischer Seite gibt. Ich versuch hier niemanden zu verteufeln, weil er sich um seine Privatsphäre Gedanken macht.
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Offline wuerzelchen

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #13 am: 18.01.2011, 01:58:19 Vormittag »
Ich finde das ganze eine sehr gute Sache.

a) Bei welchen Lehrveranstaltungen besteht am meisten Bedarf?
Grundsaetzlich schon mal bei allen Lehrveranstaltungen die vor 12:00 angeboten werden.
Wer nichts ueber das Eulen/Lerchen Prinzip kennt bitte mal hier lesen:
http://www.spiegel.de/spiegel/0%2C1518%2C542770%2C00.html

b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?
Aufzeichnungen sind schon sehr von Vorteil wenn man wie gesagt einer von den Eulentypen ist ;)
Oder man kann auch vereinfachter Jobs annehmen und Planen. Dann kann man sich die Vorlesungen so legen wie man sie grade legen kann.

c) Habt ihr Bedenken, dass ihr auf dem aufgezeichnetem Material z.B. beim Aufstehen erscheinen könntet?
Definitiv nicht. Man muss schon ein Mensch sein der auf nichts achtet damit man genau in die Linse rennt...
Kameras die sich zu nem entsprechenden Geraeusch drehen sind sowieso vom Sinn her ned angebracht in einer Vorlesung. Da muss der Prof eher seine Arbeit vollrichten und die Frage nochmals wieder geben. Meist ist das sowieso die bessere Methode da der Prof dann es wiedergeben kann wie er es Verstanden hat und erklaert nicht irgend nen nutzlosen Kram den man garned wissen wollte.
Bei irgendwelchen Business Meetings/Konferenzen da sind so Cams vielleicht angebracht.

d) Zieht ihr Aufzeichnung von Vorlesungen vor (kein Extra-Aufwand für den Dozenten) oder ein extra erstelltes Video im Studio (größerer Aufwand aber vermutlich bessere Qualität)
Studio waere fuer einzelne Themenbehandlung sehr sehr gut. Mit der richtigen Technik(Wacom) wuerden sich da schon sehr schoene, hoffentlich auch verstaendliche, Themen aufzeichnen lassen, was dann auch nur einmal gemacht werden muss.
Die Vorlesung finde ich speziell eher fuer das schlechte Gewissen gut welches man eventuell bekommt wenn man nicht in eine Vorlesung geht.

Im allgemeinen wuerde ich das Lerhveranstalltungsstreaming/aufzeichnung Konzept als eine wirkliche Bereicherung unseres Fachbereichs sehen. Es wuerde fuer sehr viele Studenten sicherlich so die moeglichkeit eingeraeumt werden die Zeit optimal zu Nutzen, egal ob jetzt fuer einen Job, Privat oder sonst was.
Und die Frage ist ja, in welchem Sinne handelt die Hochschule? Ich denke mal um die Beliebtheit und die Attraktivitaet der Studenten.
Somit waere die Moeglichkeit die Lernprozesse der einzelnen Studierenden zu vereinfachen doch ein optimales und sichtbares Ziel fuer das "Unternehmen Hochschule".
Wenn dann die Angestellten sich weigern fuer und mit dem Unternehmen zu Arbeiten und sich quer stellen wollen, dann sucht man sich halt andere Angestellte die wirklich fuer die Studis(Kunden) da sind und nicht nur ihr eigenes Ding machen wollen.

Soweit die Worte

greetz

Wuerzelchen

Wolfgang Ladermann | Informatik (BA) | H-DA
Microsoft Expert Studentpartner
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Offline Uta Störl

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Re: Umfrage zum Thema Lehrveranstaltungen aufzeichnen
« Antwort #14 am: 18.01.2011, 09:52:33 Vormittag »
b) Machen komplette Vorlesungen als Aufzeichnung überhaupt Sinn oder sollte man sich auf einzelne "Probleme" konzentrieren?
Aufzeichnungen sind schon sehr von Vorteil wenn man wie gesagt einer von den Eulentypen ist ;)
Oder man kann auch vereinfachter Jobs annehmen und Planen. Dann kann man sich die Vorlesungen so legen wie man sie grade legen kann.
...
Die Vorlesung finde ich speziell eher fuer das schlechte Gewissen gut welches man eventuell bekommt wenn man nicht in eine Vorlesung geht.
...
Im allgemeinen wuerde ich das Lerhveranstalltungsstreaming/aufzeichnung Konzept als eine wirkliche Bereicherung unseres Fachbereichs sehen. Es wuerde fuer sehr viele Studenten sicherlich so die moeglichkeit eingeraeumt werden die Zeit optimal zu Nutzen, egal ob jetzt fuer einen Job, Privat oder sonst was.
Wenn ich diese Antworten so lese, frage ich mich, warum Sie eigentlich an einer Präsenz-Fachhochschule* studieren und nicht an einer Fernfachhochschule?

Also um mal meinen Senf aus (meiner persönlichen und sicher nicht repräsentativen) Dozentensicht beizusteuern: die Idee, bestimmte Themen - gut aufbereitet - als Lerneinheiten zur Verfügung zu stellen finde ich sehr gut! Ich habe beispielsweise gestern zum x-ten Mal in der DB-Vorlesung erklärt, wie das mit den Triggern genau funktioniert - bin mir aber sicher, dass sich einige Studis sehr darüber freuen würden, wenn sie sich das Ganze noch mehrmals anschauen könnten.

Die Idee ganze Vorlesungen aufzuzeichnen - insbesondere mit den aufgeführten Begründungen: Ausschlafen, Job und Sonstiges - finde ich hingegen extrem kontraproduktiv. Wenn dann keiner (oder fast keiner) mehr in die Vorlesung kommt, keine Diskussionen mehr stattfinden, dann wird das Ganze doch extrem langweilig - für Studierende wie für Dozenten. Von den Fragen und Diskussionen lebt doch eine interessante Vorlesung in ganz erheblichem Maße! Und wenn einem dieser Aspekt nicht wichtig ist, dann kann man doch auch gleich an eine Fernfachhochschule gehen und muss sich nicht mit unpassenden Stundenplänen herumärgern ...
Aber warum gehen eigentlich so (relativ) wenige an eine Fernfachhochschule? Weil ein wahnsinniges Maß an Disziplin dazu gehört, die Materialien regelmäßig und selbständig durchzuarbeiten. Und genau diese wahnsinnige Maß an Disziplin würde dann dazu gehören, die Vorlesungen regelmäßig und selbständig durchzuarbeiten und sie nicht nur als große Podcast-Sammlung auf dem Rechner zu sammeln ... Um es mal ganz provokativ zu sagen (und dem einen oder anderen jetzt ganz absichtlich auf die Füße zu treten): Den meisten  Studierenden an einer Fachhochschule spreche ich - insbesondere in den ersten Semestern - die nötige Selbstorganisation und Selbstdisziplin ab, sich den Stoff anhand von Vorlesungsaufzeichnungen selbständig zu erarbeiten. Dieser relativ hohe Verschulungsgrad an Fachhochschulen (Anwesenheitspflicht im Praktikum, regelmäßig Abgabetermine für Praktikas etc.) ist doch kein Selbstzweck oder besonderer Spass der Dozenten, sondern eine aus der Erfahrung mit den Studierenden geborene Notwendigkeit.

Also mein Fazit: Ja, der Fachbereich kann bezüglich Unterstützung(!) der Vorlesung mit multimedialen Elementen (einzelne Themen aufbereitet zur Verfügung stellen, ergänzende Inhalte und/oder Übungen in einem System a la Moodle bereitstellen etc. pp.) ganz sicher noch sehr, sehr, sehr viel mehr machen! Den Weg des platten Aufzeichnens und Bereitstellen von Vorlesungen halte ich dabei aber für den falschen und sogar für einen - im Sinne der Studierenden - sehr problematischen.


*der Terminus Fachhochschule wird hier zur Kennzeichnung des Hochschultyps verwendet - dass unsere Fachhochschule sich inzwischen Hochschule nennt, ist auch mir nicht entgangen.